Frau hält ihr kleines Kind auf den Arm.

Suffering in Silence

Über 130 Millionen Menschen weltweit sind jährlich Opfer von Konflikten und Katastrophen. Doch viele dieser humanitären Krisen schaffen es gar nicht erst in das öffentliche Bewusstsein: Wir setzen ein Zeichen gegen das Leiden im Stillen und widmen die diesjährige Spendenaktion den Opfern dieser vergessenen Krisen!

Jede vergessene Krise ist eine zu viel

Es gibt Orte auf der Welt, von denen täglich tausende Menschen fliehen müssen. Es gibt Länder, in denen die Hälfte aller Kleinkinder Hunger leidet. Kennen Sie diese Orte? Wenn Ihre Antwort Nein lautet, sind Sie damit nicht alleine. Menschen in Not zu unterstützen ist besonders dann schwierig, wenn die Weltöffentlichkeit wegschaut.

Wenn es keinen Hashtag gibt, ist es dann passiert?

Im Zeitalter der sozialen Medien und der 24-stündigen Verfügbarkeit von Nachrichten ist diese Frage für viele zum Mantra geworden. Das, was wir über den Bildschirm, das Internet oder das Radio konsumieren, wird zu unserer Realität. Dinge, von denen wir nichts hören, existieren nicht. Die traurige Wahrheit ist, dass das Leben von über 132 Millionen Menschen letztes Jahr weltweit von Krisen und Katastrophen bedroht war - unabhängig davon, ob wir davon gehört haben oder eben nicht. Viele der von humanitären Krisen betroffenen Menschen leiden im Stillen, abseits der öffentlichen Wahrnehmung.

©CARE Frau trägt ihr Kind in der Wüste auf dem Rücken.

Warum ist das so?

Eine schier unüberschaubare Zahl an Krisen, erschwerter Zugang für Medien zu Krisengebieten, fehlende Finanzierung - es gibt viele Gründe, warum die internationale Gemeinschaft wegschaut. In einer Studie des Aurora Humanitarian Index sagen 61 Prozent der Befragten, dass es heutzutage schlicht zu viele humanitäre Krisen gebe, um sie alle zu verfolgen. Viele Menschen irren auch darin, welche Länder am stärksten davon betroffen sind. Weit verbreitet ist etwa die fälschliche Annahme, dass Industrieländer die meisten Geflüchteten aufnehmen.

Tatsächlich leben 80 Prozent der Geflüchteten weltweit in Entwicklungsländern.

©CARE Junges Mädchen trägt eine Metallschüssel Wasser auf ihrem Kopf.

Was können wir tun?

Auch 2019 hatte die Welt mit unzähligen Krisen zu kämpfen, die den Einsatz und die Unterstützung von uns allen erfordern.

Der Krieg im Jemen, die Krise in Syrien, die Zyklone Idai und Kenneth in Mosambik, aber auch die Auswirkungen des Klimawandels rund um den Tschadsee sind nur einige davon. Dazu kommt eine Vielzahl weiterer Katastrophen und Konflikte, die in der medialen Berichterstattung kaum auftauchten. Die Folgen für die betroffenen Menschen sind dramatisch: Immer wieder hat sich gezeigt, wie wichtig die öffentliche Aufmerksamkeit ist, um Gelder zu mobilisieren und öffentlichen Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben.

©CARE Ein kleines Mädchen steht neben einer CARE Mitarbeiterin.

Suffering in Silence - Stilles Leiden

Zum vierten Mal in Folge veröffentlicht die internationale Hilfsorganisation CARE daher den Bericht „Suffering In Silence”. Die Studie stellt jedes Jahr zehn Krisen in den Mittelpunkt, die mehr als eine Million Menschen betreffen, aber von der Weltöffentlichkeit nur wenig Aufmerksamkeit erhalten. „Suffering In Silence” ist ein Aufruf an die globale Gemeinschaft, sich für die Menschen einzusetzen, die in diesen vergessenen Krisengebieten im Stillen leiden.

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